MALWUT

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Alle Rechte vorbehalten
durch die Künstlerinnen
 

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Foto: Lars Wiedemann

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Katja Koeberlin

Ein Malerei-Netzwerk
4. April 2026 bis 26. April 2026
Im April präsentiert der BKV im Ausstellungspavillon auf der Freundschaftsinsel MALWUT, ein Netzwerk neun sehr unterschiedlicher Malerinnen. Mit temporären Interventionen arbeiten sie an einer Sichtbarkeit abseits der klassischen Ökonomien und Hierarchien des Kunstbetriebs. Ihre Ausstellungen führen sehr verschiedenartige Arbeitsweisen ohne kuratorische Vorgaben im offenen Dialog zusammen. Gegenseitige Studiobesuche stellen dabei jene Direktheit und Nähe her, die im digitalen Raum oft nur behauptet wird. An die Stelle institutioneller Werkauswahlprozesse tritt ein kollegialer Austausch, der einen Zwischenraum zwischen Atelier und Öffentlichkeit etabliert.
Eröffnung:  Donnerstag, 2. April 2026 , 17:00

Ausstellen wird damit zur erweiterten künstlerischen Praxis – die gleichzeitig eine politische Absicht verfolgt. In einem Betriebssystem, das Malerinnen noch immer weniger Präsenz als Malern einräumen will, erobert das Projekt neuen gemeinsamen Handlungsraum. 

Der Name MALWUT ist dabei Kampfansage und ironisches Rollenspiel zugleich. Einerseits verlaufen die Biografien von Malerinnen weniger linear und ihre Arbeit ist noch immer durchschnittlich geringer vergütet als jene ihrer männlichen Kollegen. Unterhalb der Marktspitze wird es schwerer, von Künstlerischer Produktion zu leben. Das trifft Malerinnen statistisch ungleich häufiger und weckt berechtigte Wut. Dass das Projekt am Weltfrauentag einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt wurde, unterstreicht seinen klar vernehmbaren feministischen Anspruch.

Zugleich spielt der Begriff mit subjektiven emotionalen Qualitäten, die sich an der präsentierten Malerei ablesen lassen. Die beiden Initiatorinnen Anna Steinert und Anna Leonhardt betonen die Risikobereitschaft der gezeigten Malerei. Die Bilder verstecken Arbeitsspuren nicht. Oberflächen sind offen und die Werke verstehen sich als bewusster „Affront“ gegen eine geglättete digitale Welt. Zu Malen ist hier auch ein Akt des Furors gegen kalkulierte Produktqualitäten und schnell konsumierbare Images.

Aber natürlich sind Wut, Emotion und die Fokussierung auf körperlich vermittelten Ausdruck auch historische Zuschreibungen, mit denen sich eine männliche Kunstkritik weibliches Malen erklärt (oder abgewertet) hat. Bei näherer Betrachtung hat die explizite MALWUT höchst differenzierte Positionen zusammengeführt, die – unbeeinflusst von kuratorischen Regieanstrengungen – ein ausbalanciertes Gleichgewicht der Kräfte hervorgebracht hat. Die unterschiedlichen malerischen Artikulationsformen konkurrieren nicht, sondern halten einander gegenseitig in der Schwebe.

Der BKV Potsdam freut sich, Gastgeber dieses Dialogs zu sein, der später in unterschiedlichen Konfigurationen an weiteren Projektorten in Erscheinung treten wird.

 

Koordination: Catharina Bonorden


Sonderöffnungszeiten:
Karfreitag geschlossen
Ostern geöffnet (Samsag, Sonntag und Montag 13 - 17 Uhr)