Skulptur von Sabine Hornig wird in Potsdam aufgestellt

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Abbildung: Studio Sabine Hornig

2, 7, 9
Foto: Sabine Hornig

3-6, 10-12
Fotos:
Michael Lüder / BKV Potsdam

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Foto: Münchner Stadtmuseum,
Sammlung Fotografie,
Archiv Barbara Niggl Radloff

Stadt gibt Entscheidung unmittelbar nach der Ausstellung im BKV bekannt
Der BKV Potsdam hat seine Ausstellung mit Sabine Hornig verlängert und zeigt die raumgreifende Installation auf der Freundschaftsinsel bis zum 15. März. Der Grund ist neben dem vielfach geäußerten Publikumswunsch nach einer längeren Sichtbarkeit des Projekts, dass eine Skulptur Hornigs im öffentlichen Raum gegenüber dem Ausstellungspavillon aufgestellt wird. Die Arbeit mit dem Titel „Die Mehrzahl ist das Gesetz der Erde“ wird am Uferweg der Alten Fahrt in der Nähe der Fußgängerbrücke zur Freundschaftsinsel aufgestellt. Damit bleibt ein Projekt Hornigs auch nach dem Ende ihrer Ausstellung im BKV auf Dauer in Potsdam.
Künstler:  Sabine Hornig

Nachdem der BKV Sabine Hornig bereits zweimal ausgestellt hat – zuerst 2017 in einer Gruppenausstellung und dann von 2025 bis 2026 mit ihrer 43 Meter langen Collage „Im Zwischenraum des utopischen Gedächtnisses“ – hat sich der Beirat für Kunst im öffentlichen Raum einstimmig dafür ausgesprochen, eine neue Stahlskulptur der Künstlerin in Sichtweite des Ausstellungspavillons aufzustellen. Die Arbeit dekonstruiert ein prominentes Zitat der Philosophin Hannah Arendt, mit dem sie auf die Perspektivenvielfalt der menschlichen Existenz hinweist. Es lautet: „Nicht der Mensch bewohnt diesen Planeten, sondern Menschen. Die Mehrzahl ist das Gesetz der Erde.“ Mit diesem „zurückhaltenden, jedoch eindringlichen Zitat“, so Hornig, gehe es ihr „um die Sensibilisierung gegen jegliche Art von Vorurteilen Gruppen und Minderheiten gegenüber, die in unserem Sprachgebrauch oft unbewusst angelegt“ seien.

Durch „ihre dynamische Formensprache“ unterstreiche die Arbeit Edie Themen Individualität und Würde – insbesondere die Würde jedes Einzelnen innerhalb einer Gemeinschaft“, heißt es in einer Erklärung der Landeshauptstadt Potsdam, die darauf verweist, dass der Beirat für Kunst im öffentlichen Raum seine Entscheidung für die ortsspezifische Arbeit einstimmig getroffen habe.

Politisch ist Hornigs Arbeit eine Mahnung. Arendt versteht die Pluralität einer freien Gesellschaft nicht einfach als Quantität, die sich auszählen lässt und Mehrheiten bildet. Sie beschreibt die Beziehung zwischen den Menschen einer Gesellschaft wie ein Beziehungsnetz, das sich aus unterschiedlichen Erfahrungen und Interaktionen knüpft. Die Philosophin, die bedeutende Beiträge zur Totalitarismus-Forschung geleistet hat, spricht von der Menschheit als einer „Vielheit, die die paradoxe Eigenschaft hat, dass jedes seiner Glieder in seiner Art einzigartig ist“.

„Wir freuen uns sehr über die Entscheidung des Beirates und der Stadt für Sabine Hornigs Skulptur“, erklärt Carsten Hensel, Vorsitzender des BKV. „Damit erhält eine Künstlerin dauerhafte Sichtbarkeit in Potsdam, die Kunst und Moderne als Verpflichtung zu demokratischer Teilhabe versteht. Es geht ihr um eine Wiederentdeckung politischer Utopien.“


Sabine Hornigs Ausstellung, die auch ein Objekt enthält, das als Vorläufer der neuen Arbeit für Potsdam gelten kann, ist noch bis zum 15. März, immer von 13 ist 17 Uhr jeweils von Donnerstag bis Sonntag zu sehen.

Freitag, 27. Februar 2026